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Sprachgesteuertes Suchen ist die Zukunft

Wie Behshad Behzadi, Chefingenieur bei Google Zürich, in seiner Rede auf der SMX West im März deutlich gemacht hat, ist die sprachgesteuerte Suche die am schnellsten wachsende Suchform derzeit. Mittlerweile nutzen 55% der Teenager und 41% der Erwachsenen diese Art der Suche täglich und die Tendenz ist steigend. Angesichts der Vorteile, die die Sprachsteuerung mit sich bringt ist dies nicht verwunderlich.

Der Nutzer spart Zeit, hat seine Hände frei, kann nebenher andere Dinge tun und vor allem von Millennials wird es als cool empfunden. Zudem wird dank des technologischen Fortschritts die Sprachsteuerung auch immer verlässlicher. Lag die Fehlerquote vor zwei Jahren noch bei über 20%, ist sie im Moment bei 8% angekommen, was angesichts des kurzen Zeitraums eine enorme Verbesserung ist.

Und laut Behzadi wird die interaktive Suche die Zukunft sein. Das Stichwort ist „voice understanding“, zu Deutsch Sprachverständnis. Die Suchmaschine reagiert auf ganze Sätze, in dem sie den Sinn und Kontext der Wörter erkennt. Googles Ziel ist es, die Sprachsuche zum ultimativen mobilen Begleiter im Alltag zu machen, sodass sich der Nutzer auf wesentliche Dinge konzentrieren kann.

Voice Search: Cleverer Suchen als jemals zuvor

Die wenigsten Leute schreiben so wie sie sprechen, besonders wenn es um digitale Suchanfragen geht. Beim Schreiben versucht man sich so kurz und präzise wie möglich zu fassen. Nehmen wir als Beispiel eine Suchanfrage zum Wetter in Paris. Wenn Sie wissen möchten, wie das Wetter in Paris wird, tippen Sie in die Suchleiste „Wetter Paris“. Sprechen Sie die Suchanfrage allerdings aus, formulieren Sie die Frage „Wie ist das Wetter in Paris?“. Dieses Verhaltensmuster gilt auch für sprachgesteuerte Suchen.

Da Programme wie Google Now, Siri und Cortana sich zunehmender Beliebtheit erfreuen und stetig weiterentwickelt werden, ist es sehr wichtig, dass Suchmaschinen das Interpretieren von natürlichen, ganzen Sätzen lernen.

Zu diesem Zweck versucht Google, sprachliche Eigenarten und Tücken in das Programmieren der Sprachsuche miteinzubeziehen. Und sie waren fleißig.

Die Sprachsuche ist mittlerweile in der Lage Folgendes zu interpretieren und zu beantworten:

1. Rechtschreibkorrektur

Angenommen Google wird nach einem Bild von Thor gefragt und zeigt daraufhin ein Bild von einem Tor an, dann kann die Suche durch deutliches Buchstabieren des Wortes korrigiert werden, sodass dem Nutzer letztendlich ein Bild des Gottes angezeigt wird.

2. Was zuvor gesagt/gesucht wurde

Lautete zuvor die Frage zum Beispiel „Wo ist die Golden Gate Bridge“, gefolgt von „Zeig mir Bilder davon“ und „Wer hat sie gebaut“, kann Google die Wörter „davon“ und „sie“ basierend auf der vorherigen Suche interpretieren und die Suchanfragen beantworten. Falls dies nicht der Fall ist und Google die Suchanfrage nicht sofort beantworten kann, muss der Nutzer durch Erweitern des Kontextes bei der Beantwortung der Suchanfrage behilflich sein. Auch hierfür ein Beispiel: Wird gefragt „Wie hoch ist Rigi“, kann es sein, dass die Sprachsuche nicht antwortet, weil Rigi ein unbekannter Berg in den Schweizer Alpen ist. In diesem Fall ist es notwendig, dass zuerst nach den Bergen in der Schweiz gefragt und die Frage nach Rigi erst danach gestellt wird.

3. Standortbasierter Kontext

Befindet sich der Nutzer beispielsweise in einem Tagungszentrum in Berlin und fragt die Sprachsuche „Wie weit ist es vom Tagungszentrum zum Flughafen?“, versteht Google, dass „Tagungszentrum“ sich auf den derzeitigen Standort in Berlin bezieht.

4. App-basierter Kontext

Schreibt man in einer App wie Viber über ein bestimmtes Thema, wie zum Beispiel einem bestimmten Restaurant, kann Google anhand des Kontextes Suchanfragen wie „Zeig mir die Speisekarte“ beantworten, da es versteht um welches Restaurant es sich handelt.

5. Bildschirmbasierter Kontext

Um es wieder mit einem Beispiel zu veranschaulichen: Liest ein Nutzer gerade einen Wikipediaeintrag zu Johnny Depp, reicht es wenn er sagt „Zeig mir Bilder von Johnny“, um Bilder von Johnny Depp angezeigt zu bekommen. Die Sprachsuche erkennt nämlich, dass es sich um Johnny Depp handelt, weil der Nutzer sich zu dem Zeitpunkt der Suche auf dem Bildschirm mit diesem beschäftigt.

6. Persönlicher Kontext

Bei der Frage nach der zum Beispiel eigenen Büroadresse reicht es Google wenn man die Frage wie folgt formuliert: „Wie lautet meine Büroadresse?“. Das Programm erkennt wer mit „meine“ gemeint ist, ohne dass man dies klarstellen muss.

Aber das ist noch nicht alles! Gerüchten zufolge arbeitet Google an dialogorientiertem Einkaufen, was sofortige Einkäufe per Sprachsuche ermöglichen soll.