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Im folgenden möchte ich die vier am meisten verwendeten Erhebungsmethoden in der User Experience vorstellen. In späteren Posts werden wir noch auf die ein oder andere Methode genauer eingehen.

In diesem Post zeige ich die Besonderheiten der folgenden Methoden auf:

  • Ethnographische Studien
  • Teilnehmende Beobachtung
  • Tagebuchstudien
  • Kontextinterview

Was sind Ethnographische Studien?

Diese Methode wird auch als eine (nicht-)teilnehmende Beobachtung im natürlichen Tätigkeitsumfeld beschrieben. Hierbei wird auf Audio bzw Videoaufnahmen gesetzt. Der Zweck dient der Erfassung aller Interaktionen und Einflüssen vor, während und nach der Nutzung.

Vorteile ethnographischer Studien:

  • Besseres Verständnis der Bedürfnisse, Arbeitsabläufe und Vorlieben der Nutzer
  • Durch reale Bedingungen werden viele sonst nicht erfasste Faktoren mit einbezogen
  • Der Kontext des Verhaltens, Ideen und Gedanken können ebenfalls betrachtet werden
  • Diese Methode ist sehr gut mit anderen Methoden kombinierbar

Nachteile ethnographischer Studien:

  • Teilweise geringere Objetktivität in der Auswertung
  • Zeitaufwendig in der Planung, Durchführung und Auswertung der Daten

Was bedeutet Teilnehmende Beobachtung?

Bei der teilnehmenden Beobachtung wird ein Proband (oder auch mehrere) in der natürlichen Umgebung beobachtet. Auch hierbei wird Interaktion und Einfluss vor, während und nach der Nutzung erfasst.

Vorteile der teilnehmenden Beobachtung:

  • Eine sehr gute Möglichkeit noch Unbekanntes zu entdecken
  • Entwicklung von neuen, noch unbekannten Fragestellungen möglich
  • Ermittlung von kontextuell eingebetteten Fragestellungen
  • Analyse von aussergwöhnlichen Ereignissen im Alltag

Nachteile der teilnehmenden Beobachtung:

  • Aufwändige MEthodik uns sehr zeitintensiv
  • Nur subjektive Beschreibungen des Beobachteten möglich
  • Nicht repräsentativ

Was sind Tagebuchstudien?

Tagebuchstudien sind durch den Nutzer über einen längeren Zeitraum erfolgende Aufzeichnungen. Diese dienen der Befragung zur Meinung zu Bedürfnissen oder Einstellungen vor während und nach der Nutzung.

Vorteile von Tagebuchstudien:

  • Anschauliches und aussagekräftiges Datenmaterial
  • Keine Momentaufnahmen
  • Langzeitstudien ermöglichen auch Datenerfassung während der Nutzerentwicklung
  • Sehr gut mit anderen Methoden kombinierbar

Nachteile von Tagebuchstudien:

  • Textbasierte Tagebücher sind nicht dynamisch
  • Probanden können bewusst oder unbewusst Aufzeichnungen manipulieren
  • Eingabe von Tagebucheinträgen oft an ein bestimmtes Gerät gebunden
  • Zeitaufwending in der Planung und Auswertung der Daten

Was sind Kontextinterviews?

Diese Methode ist relativ verbreitet und wird auch von uns am häufigsten genutzt. Hierbei geht es um direkte Interviews mit Probanden, in der alltäglichen Umgebung oder auch im Labor. Diese Befragungen können zu allen Ebenen der USer Experience stattfinden. Der Fokus liegt auf der Identifikation der Nutzermotive beziehungsweise der Nutzerbedürfnisse, den Erlebnisssen (positiv wie negativ) und den Handlungen.

 

Kontextinterviews bedürfen einer besonderen Vorbereitung und Vorsicht. Tiefergehende Informationen zum Thema Kontextinterviews gibt es im nächsten Post.